Wälsungenblut, 4 letzte Lieder - Der tiefe Klang

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Wälsungenblut, 4 letzte Lieder

Unterwegs


Wälsungenblut und Vier letzte Lieder

12.07.2008. 18.30 Uhr gab es am Samstag im Filmmuseum am Jakobsplatz eine Thomas-Mann-Verfilmung von 1964: “Wälsungenblut”, ein Klassiker, den ich bisher nur ein einzigesmal vor vielen Jahren sah, aber seinerzeit tief beeindruckt war. Ein angenehmes Wiedersehen. Während des Vorspanns hörte man das Vorspiel zum ersten Akt der Walküre, die gehetzte Flucht, die auch das zerrissene Innenleben der Filmfiguren spiegelte. Die Hauptdarsteller hießen Sigmund und Sieglind (ohne e) und waren Zwillinge, die sich ineinander verliebten. Die Geschichte spielte vor hundert Jahren, im aristokratischen Münchner Milieu der Kaiserzeit, mit farbenprächtigen Kostümen und geistreichen Dialogen. Wenn die Zwillinge stürmisch auf edlen Pferden durch den Wald reiten und sich an einem Wasserfall erfrischen und umarmen, begleiten natürlich die stampfenden Klänge des Walkürenritts, und als Sieglind heiraten muss, gehen die beiden noch einmal gemeinsam in die Oper, natürlich um die Walküre zu sehen. Man sah dabei eine alte Hundinghütte, deren Naturalismus sich heute keiner mehr traut. Dazu die Stimmen von Wolfgang Windgassen und Gottlob Frick, die Dame war leider nicht identifizierbar. Die Zwillinge in der Zuschauerloge schauten sich während der Vorstellung vielsagend an, und nach der Heimkehr wartete in der Wohnung natürlich ein weißes Eisbärfell auf beide. Damit endete der Film um 19.50 Uhr.

Danach wurde es Zeit für einen eiligen Fußmarsch zum Konzert von Kent Nagano hinter der Münchner Staatsoper. Ein Podium mit großer durchsichtiger Plexiglas-Haube schützte das Orchester vor dem stets drohenden Regen. Kostenlos für alle, konnte man sich an der gefühlvollen ersten Sinfonie des Amerikaners Charles Ives erlaben. Dann folgte “Don Juan” von Richard Straus, rauschhaft glitzernd und oberflächenspiegelnd, aber ohne die dramatischen Akzente, die Christian Thielemann setzte, letzten Sonntag am Odeonsplatz bei dem gleichen Werk. Schließlich schwelgte Soile Isokoski noch in den “Vier Letzten Liedern” von Strauss, und als sie “Im Abendrot” sang, war tatsächlich die Sonne gerade untergegangen.

 
 
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