Tutzing 1995 - Im Schatten der spiegelnden Seen

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Tutzing 1995

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Tutzing

29.12.95. Freitag. 10.50 Uhr fahren wir nach Starnberg. Draußen ist Frost, mit minus acht Grad.
Wir sitzen in einem  beschaulichen Starnberger Strandcafé. Eiskalter Wind fegt über den See, noch nicht abgekühlt ist. Dampfende Nebelschwaden steigen hoch auf und verzaubern das weite Panorama der Landschaft.
In einem Andenkenladen kaufe ich eine Wollmütze gegen die strenge Kälte.

Im Feldafinger "Forsthaus am See" plaudern wir gemütlich. Dann geht unsere Wanderung am See nach Süden. Dämpfe wabern über der weiten Wasserfläche. Im Süden ist alles nur noch ein geheimnisvolles Schwarzgrau. Die Konturen der Landschaft verschwimmen. Himmel und Erde werden Eines.
Die stille Roseninsel. Hier war Ludwig II. oft im Sommer mit  der Kaiserin Elisabeth, umgeben vom betörenden Duft tausender Rosen, der damals bis zum Seeufer drang.
Schmale Pfade folgen. Verlassene Bootshäuser. Sträucher  in totenstillen Gärten unter der schweren Last des weißen Schnees.
Es wird immer dunkler. Die archaischen Bilder der Urnatur, denen der Mensch vollkommen gleichgültig ist, verstärken ihre düstere, magische Kraft.

Tutzing. Am See leuchtet das Midgardhaus. Bunte Lampen glühen auf der verschneiten Terasse. Drinnen im behaglichen Licht des Gasthauses sitzen nur ein paar Besucher im angeregten Gespräch. Am dunklen Seufer ruhen zwei verschneite Bronze-Löwen mit erhobenem Haupt.

Später wechseln wir zur Ortsmitte, in den "Tutzinger Hof". Gepflegte, holzgetäfelte Gasträume erfreuen das Auge. In einem Festsaal nebenan tafelt ein Gesangsverein in roten Jacken. Sie halten Reden und schmettern gemütvolle  Lieder.
Die Wirtin Zorica serviert Holzfällersteak und Putenschnitzel. Unsere Gespräche durchstreifen das  Universum des menschlichen Geistes, der Phantasie, großer Musik und die vielfältigen, grenzenlosen  Bilder der Vergangenheit.
Kurz vor Mitternacht trägt uns die S-Bahn durch die kalte Nacht zurück nach München.


 
 
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