Sintflut - Im Schatten der spiegelnden Seen

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Sintflut

Enigma 1 - 10 > 1. Kapitel: Planet Alpha, Teil 1 > 5. Ragnarök


Sintflut

26.12.2012. Im letzten Artikel ging es um die Vertreibung aus dem Paradies.
Einer der Nachfahren von Adams mildem Sohn Set war Noah (Innere Ruhe).
Über ihn liest man in der Genesis:
“Der Herr sah, dass auf der Erde die Schlechtigkeit des Menschen zunahm und dass alles Sinnen und Trachten seines Herzens immer nur böse war.
Nur Noah fand Gnade in den Augen des Herrn, und er sprach zu ihm:
“Mach dir eine Arche aus Zypressenholz! Statte sie mit Kammern aus, und dichte sie innen und außen mit Pech ab!
Ich will nämlich eine Sündenflut über die Erde bringen, um alle Wesen aus Fleisch unter dem Himmel, alles, was Lebensgeist in sich hat, zu verderben. Alles auf Erden soll verenden.
Mit dir aber schließe ich meinen Bund. Geh in die Arche, du, deine Söhne, deine Frau und die Frauen deiner Söhne!
Von allem, was lebt, von allen Wesen aus Fleisch, führe je zwei in die Arche, damit sie mit dir am Leben bleiben.”

Noah war sechshundert Jahre alt, als die Flut über die Erde kam.
Er ging also mit seinen Söhnen, seiner Frau und den Frauen seiner Söhne in die Arche, bevor das Wasser der Flut kam.
Die Flut auf der Erde dauerte vierzig Tage. Das Wasser stieg und hob die Arche immer höher über die Erde.
Im sechshundertersten Jahr Noahs, am ersten Tag des ersten Monats, hatte sich das Wasser verlaufen. Da entfernte Noah das Verdeck der Arche, blickte hinaus, und siehe: Die Erdoberfläche war trocken.
Da sprach Gott zu Noach:
“Komm heraus aus der Arche, du, deine Frau, deine Söhne und die Frauen deiner Söhne!
Bring mit dir alle Tiere heraus, alle Wesen aus Fleisch, die Vögel, das Vieh und alle Kriechtiere, die sich auf der Erde regen.
Auf der Erde soll es von ihnen wimmeln; sie sollen fruchtbar sein und sich auf der Erde vermehren.”

Diese Geschichte steht wörtlich so im Alten Testament, und ich habe sie nur gekürzt, damit das Wichtigste leicht erkennbar ist.

Hätte ich behauptet, diese Ereignisse hätte ich selbst erfunden, wären Hohn und Spott meiner “besten Freunde” aus Internetdiskussionen sicher gewesen.
Von Wahnvorstellungen bis “endgültig übergeschnappt” wäre stundenlang die Rede gewesen.

Der Vorteil eines Blogs jedoch ist die Tatsache, dass niemand einen Artikel unterbrechen oder boshaft zerpflücken kann, bevor der Gedankengang nicht bis zum Ende geführt ist.

Und jetzt zur Hauptsache:
“Noah war sechshundert Jahre alt, als die Flut über die Erde kam.”

Das kann nicht sein. Denn kein Mensch wird sechshundert Jahre alt.
Man muss die symbolischen Sprachbilder nur übersetzen. Ein sehr alter Mensch kann auch ein sehr weiser Mensch sein, wenn er sich freiwillig an die allgemeinen Gesetze gehalten hat. Wenn es ein Philosoph ist, wird sein Wissen auch über den körperlichen Tod hinaus noch lange fortleben. Nicht nur sechshundert Jahre lang.
Im Fall der antiken Denker sind es mittlerweile über zweitausend Jahre, dass wir uns immer noch an ihren Ideen erfreuen. Und auch die Naturwissenschaften wären ohne ihre frühen Pioniere niemals so weit wie heute.

Unzählige andere Schriften sind längst vergessen, weil man sie nicht für wichtig hält.
Im Zeitalter der elektronischen Informationsverbreitung reicht es oft, ein paar Überschriften zu lesen, um festzustellen, ob sie wirklich Neues bringen oder gleich wieder vergessen werden können.

Es ist wieder das Hauptthema: Wichtiges und Unwichtiges trennen. Alle Daten nach diesem Schema auswerten.

Und dann werden komplizierte Sachverhalte auf einmal leicht verständlich. Durch den vollautomatischen Vergleich von unterschiedlichen Regelwerken und ihrer Systematik lassen sich mit einem Mausklick die Abweichungen und Unregelmäßigkeiten von einem verbindlichen Grundmuster erkennen: Der elementaren Unterscheidung zwischen Gut und Böse, nützlich und schädlich, gesetzlich und gesetzlos.
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Zu den Unwichtigkeiten des Lebens gehört eine nachtragende Haltung. Menschen machen Fehler. Niemand ist davon ausgenommen.

Irrtümer sind sogar die Voraussetzung  für neue Erkenntnisse. Reformen können in abgewirtschafteten Institutionen oder auch in armen Staaten sinnvolle Verbesserungen einleiten.
Dabei hat es wenig Sinn, rückwärts zu schauen und in Klageliedern stecken zu bleiben. All das ist Zeitverschwendung.

Auch im persönlichen Bereich gelingt nicht alles. Fehler, die ein Jugendlicher macht, wird er zwanzig Jahre später nicht mehr wiederholen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass Fehler als Chance gesehen werden und nicht als Anlass, immer wieder auf einer Person herumzuhacken, weil sie nicht immer im Gleichschritt des angepassten Mittelmaßes mitmarschiert ist.

Ich selbst habe persönliche Enttäuschungen immer hingenommen und versucht, daraus zu lernen, habe auch niemand mit Rachephantasien und Nachstellungen verfolgt. Jeder, der Fehler macht und daraus nicht lernt, scheitert schließlich an der allgemeinen Gesetzgebung, auch wenn das manchmal länger dauert.

Andere können das nicht. Neid, Habgier und Rachsucht sind weiter verbreitet als man denkt, weil sie sich auch hinter einem breiten Lächeln und und einer modisch perfekten Oberfläche verbergen können.
Man erkennt sie an der Sprache. Ich habe vor längerer Zeit einige honigsüße Mails bekommen, in denen von einer großen Zuneigung die Rede ist.
Allerdings wird das Wortgeklingel von ein paar versteckten Drohungen begleitet, für den Fall, dass man nicht so will wie der Absender.
In den allerersten Artikeln dieser Serie habe ich ein konkretes Beispiel dafür geschildert, allerdings niemanden dabei bloßgestellt.
Lediglich der Text der drei zitierten Mails ist an keiner Stelle verändert worden, und jeder forensische Sprachanalytiker kann die Motivation schnell erkennen.
Für mich ist die Sache abgeschlossen, aber sie dokumentiert eine innere Einstellung, mit der ich keine weitere Zeit verschwenden will.
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Nach den eingangs erklärten Bildern der biblischen Sintflut, die keineswegs einen endgültigen Untergang bedeuten, sondern nur die Vorbereitung einer neuen Welt darstellen, folgt jetzt noch ein Zitat, dessen Entschlüsselung auch einen versöhnlichen Abschluss für diesen Artikel bildet.
Der Text ist gekürzt, aber der Wortlaut an keiner Stelle verändert worden:

“Als  das vierte Siegel offen war,  näherte sich ein fahles Pferd. Der Name des Reiters war  Tod, und die Hölle folgte ihm nach. Ihnen wurde die Macht gegeben über ein Viertel der Erde, damit sie töten mit Schwert, Hunger, Pest und wilden Tieren. …

Und als das Lamm Gottes das siebte Siegel öffnete, entstand eine Stille im Himmel, etwa eine halbe Stunde lang.

Dann öffnete ER den Brunnen des Abgrunds, und dort stieg  ein Rauch auf, wie aus einem großen Ofen. Sonne und Luft verfinsterten sich.
Die sieben Engel, die vor Gott standen, ließen die Posaunen erschallen, und es erhoben sich laute Stimmen.

Ein zweites Tier stieg auf aus der Erde, das hatte zwei Hörner wie ein friedliches Lamm, aber es fauchte wie ein tückischer Drache. Wer Verstand hat, der denke nach über die Zahl des Tieres, denn es ist das Zeichen des Teufels, und seine Zahl ist Sechshundertundsechsundsechzig.

Vom Himmel erschallte jetzt eine  Stimme, die klang wie ein großes Wasser, wie die Stimme grollenden Donners und wie das Spiel der Harfen.
Da sah ich eine Frau, die gekleidet war in Purpur und Scharlach. Bei ihrem Anblick hob ein  starker Engel  einen Stein auf, so groß wie ein Mühlstein, warf ihn ins Meer und sprach: So wird in einem Sturm  die  Hure Babylon besiegt,  und man wird ihre Mauern nicht mehr finden.

Dann erblickte ich einen großen, weißen Thron und den, der darauf saß. Vor seinem Angesicht flohen die Erde und der Himmel, und es gab  keinen Platz mehr für sie im  weiten Weltall.

Ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde. Denn der erste Himmel mit der ersten Erde war vergangen, und das Meer war verschwunden.

Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem. Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu !“

Bei dem gerade zitierten Text handelt es sich um die Apokalypse des Johannes, deren Sprachbilder mir als Jugendlichem viel Angst bereitet haben.

Doch dafür besteht kein Grund. Das Textzitat endet mit dem Jüngsten Gericht und dem Untergang der alten, verdorbenen Welt. Und dann geht es weiter.

Die Gerechten folgen Gott in das Paradies und leben dort an seiner Seite, bis an das Ende aller Tage.

Anders gesagt:
Das erste Paradies haben Adam und Eva verloren, weil sie eine Frucht vom Heiligen Baum der Erkenntnis abbrachen.
In der jüdischen Mystik trägt dieser Baum die zehn Sephiroth. Sie symbolisieren die Erkenntnis-Schritte des Menschen von der untersten, der materiellen und oberflächlichen Ebene hinauf bis zur höchsten Stufe der Erkenntnis. Das ist die Erleuchtung, die geistige Vereinigung, die “unio mystica” mit dem Numinosen. Das sind die Zeichen der übergeordneten, universalen göttlichen Weltordnung, mit ihren Gesetzen und Regeln, die für jeden verbindlich sind.

Auf diesem Weg ist es Zeitverschwendung, irgendjemand wegen seiner Fehler nachtragend gegenüber aufzutreten.
Oder ihn im Internet zu hetzen und bloßzustellen. Dass ich bei wichtigen Leuten, die viel Gutes bewirken können, sehr diskret bin, ist selbstverständlich.
Und auch die Beschäftigung mit den anderen hat nur den Sinn, Störungen zu vermeiden, sie hinter sich zu bringen und innerlich abzuschließen, um die begrenzte Zeit für sinnvollere Dinge zu verwenden.

Zum Beispiel mit dieser Artikelserie, die mittlerweile eine Reihe interessierter Mitleser hat, die daraus auch für ihre eigene Arbeit Anregungen bekommen können.
Die urheberrechtlichen Regeln sollten allerdings auch nicht vergessen werden.

Musikalisch passt dazu der langsame Satz aus Gustav Mahlers vierter Sinfonie.
Er erzeugt eine magische, meditative Stimmung. Zwei Mal hört man im ruhig dahinfließenden Orchesterklang einen anschwellenden großen Lärm:
Die Seele des Menschen schlägt immer heftiger an die Tore des Paradieses. Und dann öffnen sie sich. Im abschließenden vierten Satz, der hier nicht zu hören ist, singt die Solistin, im innigen Ton der alten Volkslieder aus "Des Knaben Wunderhorn":
"Wir genießen die himmlischen Freuden.
Drum tun wir das Irdische meiden."

http://www.youtube.com/watch?v=iwXkemPUBgQ  

Weiter geht es hier:

"Künstliche Paradiese"

 
 
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