Katharer, Rosenkreuzer - Im Schatten der spiegelnden Seen

Suchen
Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü

Katharer, Rosenkreuzer

In der Tiefe > Das innenleben der Dinge > Spiritualität


Die Lichtreligion der Katharer
Die Rosenkreuzer

15.6.2003. Die Katharer und ihre Lichtreligion waren eine wichtige Quelle für Wolframs von Eschenbachs Epos „Parzival“und damit auch für Richard Wagner. Diese mittelalterliche Glaubensbewegung entstand im 12. Jahrhundert im südfranzösischen Languedoc, dem Land der reisenden Troubadoure und Minnesänger.

Die Katharer („Ketzer“) kritisierten den verschwenderischen Prunk des katholischen Klerus. Nach ihrer Auffassung war alles Sichtbare und materiell Vergängliche das Werk des Teufels, Luzifers. Der Körper erschien ihnen wie ein Käfig. Nur Seele und Unsichtbares hatten einen göttlichen Ursprung. Das Reich des Lichtes, der Erkenntnis und Einsicht in die letzten Dinge. Das ist auch die letzte Stufe der hochsymbolischen mittelalterlichen Tarot-Karten: Die Erleuchtung, unabhängig von jeder Konfession.
Damals war das verbotene Ketzerei. Ein gefährliches eigenständiges Denken, das die Wachsamkeit der herrschenden römischen Kirche herausforderte. Die Inquisition griff ein, und es folgte die harte, gnadenlose Reaktion der Realität.
Das höchste Fest der Katharer war die „Manisola“. Die „Mani“ist auch in Indien ein leuchtender Edelstein, der die Nacht des Irrtums vertreibt und alle irdischen Wünsche vergessen lässt. Deshalb gelten die Katharer auch bei manchen Autoren als Hüter des GRALS.
In Wagners Gralserzählung heißt es: „Unnahbar euren Schritten liegt eine Burg, die Monsalvat genannt“„Montségur“war tatsächlich eine steile Bergfestung, Hauptsitz dieser „Ketzer“bis zu ihrem grauenvollen Untergang. Auch „Montserrat“ein spanisches Bergkloster, war jahrelang von Katharern bewohnt.

Zu Beginn waren es nur einzelne Ketzer, die Prunksucht und Rituale des römischen Klerus kritisierten. Umherziehende Wanderprediger verstärkten solche Bewegungen.
1184 schleudert Papst Lucius III. seinen Bannfluch gegen alle Ketzer. Auch sein Nachfolger, Innonzenz III., wurde ein unerbittlicher Feind der Katharer. Im Jahre 1208 verkündete er gegen die Abtrünnigen einen vernichtenden Kreuzzug, der sich mit einem kämpferischen Heer von 20.000 Rittern und 200.000 Fußsoldaten auf den Weg machte.
Auf die Frage, wie man die Rechtgläubigen von den Heiden unterscheiden könne, soll der Abt Arnaud-Amaury de Citeaux gerufen haben, „Erschlagt sie alle, denn der Herr kennt die Seinen.“(Caedite eos, novit enim Dominus qui sunt eius.)
Mehrere Städte der Region gingen in Flammen auf. In Lavaur wurden auf einem Feld vor der Stadt am 3.5.1211 vierhundert Katharer lebendig verbrannt.

1242 begann die grausame Endphase, die unerbittliche Belagerung der Bergfestung Montségur, dem geistigen Zentrum der Katharer, gleichzeitig auch das Vorbild für Wolfram von Eschenbachs Gralsburg, die bei Wagner „Monsalvat“heißt.
Zwei Jahre lang wehrten sich die Burgbewohner. Dann gaben sie auf. Vor den Toren der Festung wurden noch am gleichen Tag 205 Katharer lebendig verbrannt. Damit erlosch die ganze Bewegung.
In der letzten Nacht vor der endgültigen Kapitulation flohen vier Katharer in die Bergeinsamkeit der Pyrenäen. Angeblich brachten sie in letzter Minute etwas Wertvolles in Sicherheit. Einen Schatz? Einen sakralen Gegenstand? Den Gral? Gerüchte und Legenden entstanden und verbreiteten sich.

In Frankreich richtete sich der nächste Vernichtungs-Schlag am 13.10.1307 gegen den Templerorden in Paris, mit der Verhaftung aller erreichbaren Ritter auf Befehl des französischen Königs Philipp IV., der sich auch die Unterstützung des Papstes in Avignon erzwang. Den reichen Goldschatz, den man bei ihnen suchte, fand man jedoch nicht.
Die Tempelritter gelten als zweites historisches Vorbild für die Gralsritter, weil auch sie als Kreuzfahrer im Orient angeblich ein großes Geheimnis entdeckten.
Ein Thema, das erneut die Gralslegende nährte und Richard Wagner zu seinen Hauptwerken inspirierte. Die Kraft spirituellen mittelalterlichen Denkens, auch im Reich der Musik, dem Spiegel des menschlichen Innenlebens.

Die Symbolik der Rosenkreuzer

21.6.2003. Die Symbolik ist eine Bildersprache, die man entziffern kann. Sie verschlüsselt abstrakte Gedanken, durch Metaphern und Allegorien, Zeichen und Gleichnisse. Sie sind geheimnisvoll, vieldeutig und entfalten im Unterbewußtsein eine tiefgründige Wirkung, die an große Gefühle und Erinnerungen rührt, sie verstärkt und vertieft durch eine magische Klangsprache.
Leider ist es so, daß viele alte Symbole heutzutage abgenutzt sind und stark abgewertet. Sie sind abgestorben und erreichen den Menschen nicht mehr.
Das christliche Kreuz bedeutet nicht nur Nächstenliebe. Dafür haben die Schrecken der Inquisition und die rationale Logik der Aufklärung gesorgt.

Die Werbung verwendet zur Verkaufsförderung sehr raffiniert große Symbole und plündert dabei die alten Begriffe.
Viele Symbole und vor allem ihr Inhalt scheinen deshalb entleert und werden nicht mehr ernstgenommen. Doch ihr tieferer Sinn ist weiterhin vorhanden, in seiner ganzen Kraft.

Es handelt sich um eine Ursprache, vermutlich aus der Zeit, bevor der Frühmensch anfing, sich mit Worten zu verständigen. Ur-Laute, Signale, die den ersten Menschen als Erkennungszeichen dienten und sich verbanden mit den damals noch rätselhaften Zeichen der Natur.
Das Schwert ist ein Zeichen des Kampfes und der Stärke. Der Speer ein Zeichen der Verletzung und späteren Heilung.

Hierzu noch ein historisches Beispiel.

Diese mystische Gemeinschaft der Rosenkreuzer im 17. Jahrhundert wurde niemals verfolgt, im Gegensatz zu den Tempelrittern, den Katharern und den Freimaurern.
Hauptgrund war wohl, daß die Rosenkreuzer auf eine aggressive, auffällige Einmischung in die Politik verzichteten, sondern ihr ganzes Denken konsequent nach innen kehrten.
Die Lehren der Rosenkreuzer vereinen Elemente der ägyptischen Hermetik, der Gnostik und der jüdischen Kabbala. Grundlage waren die Schriften des evangelischen Theologen und Dichters Johann Valentin Andreä (1586-1654).

Die Rosenkreuzer verwenden starke, einfache Symbole als wirkungsvolle Schlüssel des Zugangs zu unserem Inneren, als materielle Manifestation einer nach innen gerichteten Wirklichkeit.
Zum Beispiel die Verbindung von Rose und Kreuz.
Das Kreuz gab es bereits in frühen, vorchristlichen Zeiten, in den Ruinen von Troja und im Alten Ägypten, damals auch in Verbindung mit einem Relief der Sonne, dem Zeichen des Lebens, der Erneuerung und Wiedergeburt.
Die rote Rose erinnert an die flammende Farbe des Feuers. Diese edle Blume ist eine Metapher für Instinkte und Gefühle, Energie und Kraft.
Auf der Suche nach dem Hauptthema findet man es hier:

Das Verlangen nach einer Verwandlung des Inneren. Die Veränderung der Elemente und Kräfte, der ordnenden Vernunft und der Gefühle. Eine geistige Alchemie. Das Durchlaufen zahlreicher Inkarnationen bis zur letzten Stufe, der kosmischen Vereinigung des Einzelnen mit dem Universum.

Sehr aufschlussreich war auch das Schicksal der Tempelritter.


 
 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü