Großes Welttheater - Im Schatten der spiegelnden Seen

Suchen
Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü

Großes Welttheater

Enigma, Teil 2 > 14. Die Tore des Paradieses


Großes Welttheater

27.3.2013. Eleonora Duse (1858 - 1924 ) war die berühmteste Schauspielerin ihrer Zeit Sie konnt sich nicht nur glaubhaft in unterschiedliche Rollen hineinversetze, sondern die Zuschauer hatten den Eindruck, sie wäre selbst die erfundene Person und sie spiele ihr eigenes, wirkliches Leben.
Ein ähnlicher Fall war Wolfgang Windgassen (1914 - bis 1974). Er war einer der Superstars des neuen Bayreuth. Gemeinsam mit Martha Mödl (1912 - 2001) gestaltete er die Hauptrollen, als Wieland Wagner im Sommer 1951 die ersten Festspiele nach dem Zweiten Weltkrieg mit einem Paukenschlag eröffnete:
Ein Bühnenbild ohne jeden gewohnten Naturalismus, das sich auf große, mächtige Bildsymbole beschränkte. Eine aktive Lichtregie, die im Gleichklang mit der Musik Helligkeit und Farben wechselte. Dazu eine dramatische Personenführung, die sich auf sparsame Bewegungen beschränkte, aber bei jedem musikalischen Höhepunkt expressive Körperbewegungen auslöste.

Gestern lief im Fernsehen wieder eine "Reise durch das Universum". Man sah lauter Trickaufnahmen, die von Weltraumteleskopen stammten und mit moderner Bearbeitungstechnik animiert, also in Bewegung versetzt wurden.
Dazu kamen dreidimensionale Effekte, und man hatte den Eindruck, selbst im Weltraum unterwegs zu sein.
Wenn das mit dem Fernseher im Wohnzimmer möglich ist, dann kann man sich vorstellen, welche Wirkungen damit auf der großen Kinoleinwand möglich sind.

Das Ergebnis ist allerdings oft gähnende Langeweile. Schlechte Regisseure überreizen die Technik, übertreiben die Geschwindigkeit der Filmschnitte und den Wechsel der Schauplätze.
Außerdem wird der Zuschauer mit täuschen echten Klangeffekten aus elektronischen Audio-Bibliotheken förmlich zugeballert.
Das Übermaß erzeugt Überdruss.

Manche Menschen können Traum und Wirklichkeit nicht voneinander trennen. Dann steigern sich unerfüllte Wunschvorstellungen, eine innere Anspannung und negative Kräfte in der Phantasie.
Wenn dazu noch die unveränderbaren Charaktermerkmale von Neid, Habgier und Bösartigkeit kommen, entsteht ein ganz anderes Welttheater:

Die Welt der Inversion, der Verdrehung und Verfälschung der Realität in ihr Gegenteil.

In jeder Firma gibt es das. Unfähige Faulpelze schmeicheln sich bei korrupten Führungskräfte ein.
Bekämpft werden Kritiker und Andersdenkende. Sie werden systematisch schlecht gemacht, durch Gerüchte und Rufmordkampagnen, um die Parteifeinde in die Enge zu treiben oder sie ganz zu vertreiben.

In besonders schlimmen Fällen wirken dabei bezahlte, professionelle Gutachter mit, teuflische Ärzte und bestochene Richter.

Solche Machenschaften sind nicht weit verbreitet. Die große Mehrzahl der akademischen Profis arbeitet sauber, und die Presse würdigt auch das.

Aber immer wieder geistern Skandale durch die Schlagzeilen, mit Opfern, die professionell bekämpft wurden, um sie abzuschalten, weil ihre Meinung die heimlichen Machenschaften von hohen Persönlichkeiten störte und  natürlich auch den Mitläufern und Mitwissern keine Freude bereitete.

Nicht nur im teuren München gibt es viele Frührentner und Arbeitslose, die nur knapp über die Runden kommen.
Manche lassen sich dafür bezahlen, in ihrer Nachbarschaft herumzuhorchen oder Lügen zu verbreiten.

Die Filmstadt München hat auch Regisseure und Schauspieler, die dringend auf bezahlte Aufträge warten.
Mit den Möglichkeiten der Mikrotechnik lassen sich heimlich Videos herstellen, wenn man über das Mobilfunknetz den Standort einer Zielperson ausgespäht hat.

Durch die Methoden der Animation lassen sich sogar aus einzelnen Standfotos bewegte Bilder herstellen, die Tätigkeiten zeigen, die in Wirklichkeit gar nicht stattgefunden haben, mit Geräuschen, die nachträglich erzeugt und manipuliert wurden, um Rufmordkampagnen anzuheizen.

Günter Guillaume, ein enger Vertrauter von Willy Brandt, verriet ihn an die DDR-Stasi.
Paolo Gabriele, der persönliche Kammerdiener des kürzlich zurückgetretenen Papst Benedikt, stahl vertrauliche Dokumente des Heiligen Vaters und gab sie heimlich an Journalisten weiter.
So wurde aus dem heiligen Paulus wieder Saulus, der Christenverfolger.

In dieser Serie wurden schon öfter die Praktiken der Gestapo im Dritten Reich und der ostdeutschen Staatssicherheit analysiert.

In der Gegenwart kümmern sich parlamentarische Untersuchungsausschüsse um solche Fälle.
Sie werden Zug um Zug durchleuchtet und die Verantwortlichkeiten festgestellt.

Das ist keineswegs das Ende der Observations-Profis. Aber alles muss völlig neu organisiert und von neutralen Stellen beaufsichtigt werden, die geographisch und personell nicht miteinander verbunden sind.
Zum Beispiel durch Gruppen angesehenen Persönlichkeiten aus der gesamten Gesellschaft, deren Ruf makellos ist.

Die aktuellen, langatmigen Untersuchungen der Parlamentarier dauern bereits viel zu lang. Angesichts der bekannten Aktenlage müssen vor allem die Leitungsposten völig neu besetzt werden.

Auf den unteren Ebenen lässt sich relativ schnell feststellen, wer gezwungen wurde, mitzumachen und wer eine eigene dunkle Energie entwickelte, um die zehnjährige Mord-Serie in Westdeutschland zu vertuschen.

Das alles ist als grundsätzliche Tatsache längst öffentlich bekannt, aber die Konsequenzen schleppen sich nur mühsam dahin, weil zu viele daran beteiligt waren.

Es müssen auch noch viele Fälle der Vergangenheit neu aufgerollt und bewertet werden.

Erst dann gewinnt die Bevölkerung ihr Vertrauen zurück. So wie es kürzlich der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude forderte, nachdem einer wehrlosen, mit Handschellen gefesselten Bürgerin von einem Uniformierten das Nasenbein zertrümmert wurde.

Einen Kommentar zu diesem Fall findet man hier.

Christian Ude betonte ausdrücklich, dass die Arbeit der Beamten sehr schwierig und anstrengend ist. Konfrontiert mit den Schattenseiten der Gesellschaft, mit Betrügern, Korruption und Gewalttätern, müssen sie die Nerven behalten und einen kühlen Kopf bewahren.

Dass dabei Fehler gemacht werden, versteht sich von selbst. Aber sie müssen erkannt und ihre schädlichen Folgen beseitigt werden.

Das darf nicht innerhalb des Apparats geschehen, wo auch dunkle Seilschaften verbündet sein können, sondern hier müssen Instanzen geschaffen werden, die nicht zur Justiz gehören und auch keine geschäftlichen Verbindungen dorthin haben.

Harmlosere Fälle wie die ehemaligen Minister zu Guttenburg und Schavan wurden über das Internet aufgeklärt.

Doch die Vorbeugung, die weitsichtige Prophylaxe, kann nur durch völlig neue Gesetze und neutrale, wirkungsvolle Kontrollmechanismen geschehen.

Man muss auch nicht alles durch den Fleischwolf drehen. Nach dem Untergang der DDR wurden verhältnismäßig wenige Verantwortliche bestraft. Das liegt einfach an der Vielzahl der Fälle, Mitläufer und Mitwisser.

Aber Joachim Gauck hat die Akten geöffnet, und was da zu lesen ist, wissen nicht nur die Opfer, sondern auch die Nachbarn und vermeintlich "besten Freunde", die schamlos ihre Informationen an die Staatslenker weitergaben.
Sie müssen damit leben, bis an das Ende ihrer Tage.

 
 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü