Frühlingsfest der Volksmusik - Im Schatten der spiegelnden Seen

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Frühlingsfest der Volksmusik

Enigma, Teil 2 > 13. Träume, Teil 2


Frühlingsfest der hunderttausend Blüten

17.3.2013. Gestern Abend, zur besten Sendezeit am Samstag, lief im Fernsehen wieder das Frühlingsfest der Volksmusik, diesmal unter dem oben genannten Titel.
Ein paar schöne Blüten hätten ja auch gereicht, aber es mussten hunderttausend sein, um die Zuschauer förmlich zu überwältigen.
Das hat natürlich nichts mit Geldfälschungen zu tun, die man auch als "Blüten" bezeichnet, und deshalb nahm das Publikum auch alles für bare Münze und glaubte an den kunterbunten Frühlingstraum.

Gehorsam wurde beim stampfenden Rhythmus der Lieder gleichförmig mitgeklatscht und an den richtigen Stellen applaudiert. Es erinnerte ein wenig an Parteitage der untergegangenen DDR, wo die Einheitssozialisten ihre autoritären Führungsgenossen mit 99,6 Prozent aller abgegebenen Stimmen immer und immer wieder wählten, vier Jahrzehnte lang.

So  etwas lässt sich heute nicht mehr kommandieren. Das Gefühl der Gemeinsamkeit entstand gestern durch Suggestionen. Ein Meer von Blüten und bunten Bonbonfarben. Dazu das Deutsche Fernsehballett, immer noch beliebt seit seinen Auftritten im Ostberliner Palast der Republik und im DDR-Fernsehen.

Ein wenig hölzern, aber immer adrett gekleidet, hüpften und sprangen sie während der musikalischen Einlagen kreuz und quer herum.
Es trat sogar ein Star aus dem Internet auf. Ein junger Mann, der mit seinen Eltern an einem Küchentisch saß, vor dampfenden Tellern und ein Lied über "Thüringer Klöße" sang. Das hatte er mit der eigenen Videokamera oder seinem Mobiltelefon zu Hause gedreht und dann auf YouTube  veröffentlicht.
Das wurde im Internet ein Riesenerfolg, und deshalb konnte ihn auch das Fernsehen nicht mehr übersehen. Während er herumschmetterte, umtanzte ihn das Deutsche Fernsehballett, diesmal als weiß gekleidete Köche verkleidet.

Und auch sonst ging es familiär zu. Die auftretenden Künstler kannten sich alle von ihren vielen Tourneen. Die österreichische Stimmungskanone "DJ Ötzi" wurde von einem bayerischen Sänger als "einziger Freund" bezeichnet, was tiefe Rückschlüsse zuließ auf den sonstigen Bekanntenkreis des bekannten Bayern.
Das ältere Münchner Ehepaar Hartl, bekannt als Duo "Marianne und Michael", saß händchenhaltend, verliebt auf der Studio-Couch, als hätten sie sich erst gestern kennengelernt. Immerhin rutschte ihr heraus, dass er manchmal aufbrausend und stressig ist, und er ergänzte schmunzelnd, dass am Ende die Frauen doch immer Recht behalten.
So ganz paradiesisch scheint es da hinter den eigenen vier Wänden doch nicht zuzugehen, und die etwas gestressten Mienen erzählten auch noch eine eigene Geschichte.

Das Gehirn steuert alle körperlichen Aktivitäten, aus dem Unterbewusstsein heraus auch die Gesichtsmuskulatur und den Klang der Stimme.
Wenn sensible Menschen innerlich ausgeglichen sind, haben sie auch ein glattes, entspanntes Gesicht. Geraten sie unter Stress, verkrampfen sich auch die Gesichtszüge. Die Miene wirkt wie erstarrt und angespannt. Senkrechte Falten erscheinen neben den Nasenflügeln, und auch die Augenmuskulatur verändert sich.  Wer böse Absichten hat, kneift unwillkürlich die Augen zusammen, und er bekommt einen verschlagenen Blick, den Gaunerblick, der sich bei gewohnheitsmäßig negativem Handeln als Dauerzustand zeigt.
Wenn man Leute sehr lange und gut kennt, bemerkt man auch Veränderungen der Stimmfarbe. Aus einem gelassenen Tonfall in der Mittellage wird ein schriller, hoher Klang, wenn Aufregung herrscht und ein tiefer, satter Ton bei nachdenklichen Worten.

Wenn Menschen, deren Normalton man kennt, sich verändern und wenn ihr Gesichtsausdruck angespannt ist,  haben sie schwere Probleme, auch wenn sie sich ausgelassen oder lustig benehmen. Dazu kommen meist auch sprachliche Auffälligkeiten: Grammatikalische Fehler, Wortverdrehungen und logische Lücken, die genau auf die Ursachen hindeuten.
Betrachtet man dann das gesamte Umfeld und die Lebenssituation, wird oft alles sichtbar.
Der Betroffene hat finanzielle oder sonstige private Sorgen, mit denen er nicht fertig wird.

Ein Charakter ändert sich nicht. Wer ordentlich, zuverlässig, ehrlich und pünktlich ist, bleibt es sein ganzes Leben lang.

Gerät er allerdings unter den fremden Einfluss einer negativen Energie, kann sich das ändern.
Wer um seine Existenz fürchtet, zum Beispiel um seinen Arbeitsplatz oder unter einen anderen Druck gerät, kann auch sein charakterliches Verhalten änden, bezahlt aber dafür mit einer inneren Anspannung, einem entsprechenden Gesichtsausdruck und sprachlichen Auffälligkeiten, die ihn enttarnen und einen Blick in die Tiefe öffnen.

Die Inversion, die Verdrehung aller guten Dinge, ist eine Methode, um Menschen zu nerven. Wenn sie erleben, das jemand plötzlich unzuverlässig ist und schwindelt, den sie ganz anders kennen, dann steckt dahinter strategischer Psychoterror.
In anonymen Internet-Cliquen ist es schick, sich Opfer aus Diskussions-Foren auszusuchen und gemeinsam zu provozieren. Argumentative Beiträge werden dann gezielt als dumm bezeichnet. Eine humorvolle oder pantasievolle Anmerkungen wird als Wahnvorstellung bezeichnet.
Oft stecken sogar vermeintlich "beste Freunde" dahinter oder bezahlte Provokateure.

Das artet oft zu regelrechten Rufmordkampagnen aus, die sich in das reale Leben ausbreiten. Strafanzeigen verlaufen manchmal im Sande, weil die Flut derartiger Machenschaften alle Dimensionen überschreitet und sogar auf Facebook angebliche Identitäten angemeldet werden, die es zwar tatsächlich gibt, die aber nichts davon ahnen, was unter ihrem Namen im Internet verbreitet wird.

Wie man solche Fälle mit Methoden der Statistik recht schnell lösen kann, habe ich in früheren Artikeln bereits mehrfach erläutert.

Gestern, beim Frühlingsfest der Volsmusik waren jedoch alle lieb zueinander. Die Stars hatten ein breites Dauerlächeln im Gesicht, überschütteten sich gegenseitig mit Komplimenten, und das Publikum klatschte einstimmig, immer an den richtigen Stellen und immer im oft monotonen Rhythmus des dargebotenen Liedes.

Kein Protest. Kein Widerspruch. Denn sonst hätte man böse Blicke geerntet und vielleicht auch die eine oder andere Beleidigung, bis hin zum Rausschmiss durch Saalordner.

Wer kauft sich Karten für solche Abende? Ein intellektuelle Publikum eher nicht. Die sitzen gelangweilt in der Oper und warten ungeduldig auf die Pausen, um ihre teure Garderobe und das Niveau ihres Gehalts zu demonstrieren.
Die gefühlvollen Melodien der sogenannten volkstümlichen Musik und ihre leicht verständliche Texte ziehen eher ein Publikum an, das während der Arbeitswoche hart schuftet, körperlich ausgebeutet und geistig durch monotone Fließbandarbeit unterfordert wird.
Als seelischer Ausgleich kann dann nur Entspannung dienen, nicht mit aufwühlenden Problemen, sondern mit harmonischen Klängen und idyllischen Texten, die sofort zu Herzen gehen.

Eine ganze Industrie lebt von der Unterhaltung, und nicht umsonst nannte man Hollywood immer schon eine Traumfabrik, deren künstlerisches Niveau allerdings alle denkbaren Höhen und Tiefen hervorbrachte.

Viele Schauspieler und Regisseure sind arbeitslos, und manche nehmen jeden bezahlten Auftrag an, auch wenn sie damit anderen Menschen schaden.

Das gilt auch für einige ärztliche Gutachter, die nach dem Willen ihres Auftraggebers tendenziös herumphantasieren und für bösartige Juristen, die aus Dummheit oder Niedertracht ihre Fehlurteile schreiben.

Wenn Rufmordkampagnen aus dem Internet sich in die Realität ausbreiten, helfen manchmal auch bezahlte Spezialisten mit.

Zu bedauern sind ihre wehrlosen Mitarbeiter, wenn sie finanziell abhängig sind.
Aber sie sind auch Mitwisser, und was enttäuschte Ehefrauen anrichten können, ist eine dankbare Beute für die Finanzämter und die Boulevardpresse, die gern solche Fälle aufgreift und dafür sorgt, dass der Informant nicht bekannt wird.

In Märchen und alten Sagen steckt oft eine tiefere Wahrheit - sie kommt aus der Magie.


Einer der berühmtesten und klarsten Märchendichter war Wilhelm Hauff 1824 (1802-1827).
Er dichtete über das Morgenrot, was auch für die Folgen von aufgeklärten Verbrechen gilt, für den Schicksals-Sturz aus höchsten Höhen:
"Gestern noch auf stolzen Rossen,
Heute durch die Brust geschossen."


Aber Pauschalurteile helfen nicht weiter. Gute Filme werden Klassiker, und die anderen landen auf dem Müllhaufen der Geschichte, wie die nervende Massenware, die heutzutage in den Kinos auftaucht und schnell wieder verschwindet.

Unvergessen aus meiner Jugendzeit ist die Fernsehserie "Zum Blauen Bock". Der Moderator Heinz Schenk verfügte über einen spontanen Wortwitz, das Studiopublikum hing nicht lallend an großen Maßkrügen mit Bier, sondern trank mit entspannter Miene einen guten Wein.
Die Gäste waren nicht nur Schlagersänger, sondern auch angesehene Stars aus den anspruchsvolleren Bereichen der Operette und Oper.

Stammgast war im Jahr 1975 auch die berühmte Mozartsängerin Erika Köth, dank YouTube hier wieder zu sehen, mit dem Kalenderlied von Franz Grothe, der in diesen Sendungen auch das kleine Orchester live dirigierte.
Zitat:

"Wenn es Dezember wurde, zählten wir als Kind,
Wieviele Blätter noch an dem Kalender sind.
An jedem Morgen wurde der
Vergang'ner Tage ein Stück Papier,
Und mit der Mutter zusammen sangen wir:

Kalender, Kalender, du bist ja schon so dünn,
Jetzt ist es bis Weihnachten
Nicht mehr lange hin. |

So wie ein Baum ist der Kalender Jahr für Jahr,
Mit vielen Blättern dran am ersten Januar,
Doch jeden Tag wird dann ein
Weit'res Blatt vom Wind der Zeit verweht
Bis im Dezember das Jahr zu Ende geht.

In unserm ganzen Leben bleibt ein kleines Stück
Von der Erinnerung an jene Zeit zurück.
Und wenn die Tage kürzer werden,
Und der Schnee vom Himmel fällt,
Dann denken viele, ja viele auf der Welt:
Kalender, Kalender, du bist ja schon so dünn,
Jetzt ist es bis Weihnachten
Nicht mehr lange hin."

     

http://www.youtube.com/watch?v=q87JI2RukjA


"Theo Morell"

 
 
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