Drei Gesichter - Im Schatten der spiegelnden Seen

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Drei Gesichter

Enigma 1 - 10 > 1. Kapitel: Planet Alpha, Teil 1 > 6. Die Lücken des Universums


Drei Gesichter

11.1.2013. Im Lauf des Lebens sieht man so viele Gesichter, dass man die meisten schnell wieder vergisst.
Einzelne prägen sich ein, sogar aus ganz frühen Kindheitstagen. Voraussetzung dafür ist, dass sie eine besondere Wirkung hatten. Im Guten oder im Bösen.

Ganz frisch sind die Erinnerungen, wenn sie nur ein paar Tage alt sind. Und da waren es drei Gesichter.
Wer das war, spielt hier keine Rolle und wird absichtlich so verändert, dass es für niemand erkennbar ist und die realen Personen nicht bloßgestellt werden. Darum stimmt auch das Datum nicht. Aber die Hauptsachen sehr wohl.

Das erste Gesicht habe ich sechs Jahre lang nicht gesehen. Aber zur Jahreswende, wenn viele Menschen nachdenken über Vergangenheit und Zukunft, sind manche auch bereit, auf halb vergessene Stimmen zu reagieren.
Und so kam es auch wieder zu einem Besuch. Thema waren die glitzernden Großstadtlichter, die Nächte an Theken bis zum Morgengrauen, die längst verblasst sind und zu einer Vergangenheit gehören, aus der viele sich nicht lösen können.
Und diesmal war das alles weit weg und doch so nahe. Denn übrig geblieben ist eine starke Zuneigung, die jahrelang verschüttet war. Ein Gesicht, das sich nicht beklagte über mangelnde Aufmerksamkeit, sondern einfach wieder da war, als hätte es nie eine Unterbrechung gegeben.

Das zweite Gesicht kenne ich seit vierundzwanzig Jahren. Im Oktober 1988 tauchte es auf, auch an einer nachtdunklen Theke, mitten im ruhelosen Gewimmel der Nachtschwärmer.
Dann folgten unterschiedliche Phasen. Der gegenseitige Gedankenaustausch, gemeinsame Ausflüge. Und dann eine Pause von drei Jahren, aus Gründen, die zum Teil immer noch rätselhaft sind.
Und dann war die Gemeinsamkeit wieder da. Auch auf Ebenen, die mir fremd waren, zum Beispiel im Sport oder bei handwerklichen, praktischen Dingen, ergänzte sich manches gegenseitig.

Das dritte Gesicht tauchte auf im Januar 1988. Das ist in Kürze 25 Jahre her. Auch damals spätabends in einem überfüllten, unruhigen Lokal, wie es für Neulinge in einer großen Stadt der erste Weg ist, um andere kennenzulernen.
Und das war wohl die wichtigste Begegnung. Neben der materiellen Ebene öffneten sich weit die Türen des Geistes, in einem Dialog, der bis heute anhält.
Nicht nur wenn die Sonne scheint. Selbstbewusste Menschen können launisch und jähzornig sein. Es kann auch zu einem Punkt kommen, wo erst einmal Sendepause ist und Funkstille herrscht.
Aber seltsam, selbst nach einer längeren Unterbrechung knüpft sich manchmal alles aneinander an, als hätte es nie ein Problem gegeben.

Das gelingt nicht immer. Aber wenn es möglich ist, umso besser.


Zarah Leander singt: "Drei Sterne"
(Text: Hans Brennert)

"Drei Sterne sah ich scheinen,
drei Sterne schienen licht,
und waren doch die Sterne,
die Sterne der Heimat nicht.

Drei Palmen stehen am Meere,
die Fremde ist so leer,
drei Küsse geb`ich dem Winde,
der trägt sie wohl über`s Meer.

Da steht in einem Garten,
ein grüner Lindenbaum,
ich küsse seine Rinde,
bei Nacht in meinem Traum,
bei Nacht in meinem Traum."

                        

https://www.youtube.com/watch?v=me9YdDtGnz4

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"Das alte Haus"


 
 
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