Domspatzen - Im Schatten der spiegelnden Seen

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Enigma, Teil 2 > 15. Teleskope


Domspatzen

10.4.2013. Knabenstimme vor der Pubertät klingen wie Frauenstimmen, und deshalb werden sie auch in der Klassischen Musik so eingesetzt.
Die großen Kirchenkompositionen des Protestanten Johann Sebastian Bach sind trotz seines römisch-katholischen Ketzertums auch in den Messen der katholischen Kirche oft zu hören, weil seine musikalische Botschaft sich nicht an eine einzige Glaubensrichtung wendet, sondern an alle empfindsamen Menschen auf der Welt.

Seit den Fünfziger Jahren wurden für Schallplattenaufnahmen seiner Kantaten und Messen oft die weiblichen Sopranstimmen durch Knabensolisten ersetzt, weil sie glockenrein und klar klangen.
Ein berühmtes Ensemble sind die Regensburger Domspatzen.

Doch so engelsrein wie die Stimmen war ihr Alltagsleben im kirchlichen Internat nicht. Ein früherer Domspatz erzählte mir einmal, dass in den Siebziger Jahren während des Essens geschwiegen werden musste, sonst gab es kleine körperliche Züchtigungen. Auch unter den Schülern waren Schlägereien keine Seltenheit, und meistens gingen die Stärkeren auf die Schwachen los.
Was sich alles sonst noch an Missbrauchsfällen in anderen kirchlichen Institutionen abgespielt hat, wird noch viele Jahre die Behörden, die Presse und die wissenschaftliche Forschung beschäftigen, aber auch dafür sorgen, dass die Verantwortlichen vorsichtiger werden.

Wenn kleine Engel in der Hölle leben, nennt man das auch Inversion, die Verdrehung aller Werte in das Gegenteil.

Das ist auch eine Strategie des Psychoterrors, und studieren kann man sie in jedem Fernseh-Krimi.

Alfred Hitchcock hat jedoch immer dafür gesorgt, dass die Fälle geklärt wurden, die Ursachen erkennbar und die Methoden durchschaubar wurden. Er war also auch ein Meister der Entspannung.

Andere Regisseure jedoch verbreiten Schrecken, um Angst einzujagen.
Ein gutes Beispiel dafür ist der Film "Joey", der bereits vorgestern in dieser Artikelserie erwähnt wurde.
Der Regisseur Roland Emmerich studierte an der Münchner Filmhochschule, hatte dann in Hollywood Erfolge mit ausweglosen Katastrophenfilmen, die zum Beispiel den Weltuntergang so täuschend echt inszenierten, dass man meinte, ein Ereignis in der Realität zu erleben, weil auch die untergehenden Großstädte bis ins Detail so wirkten wie ihre realen Vorbilder. Solche Effekte kann heute jeder mit handelsüblichen Computerprogrammen erzeugen, aber so perfekt wie bei den Profis ist es dann doch nicht.

Emmerich bekam übrigens nicht nur Lob von den Kritikern. Über sein Frühwerk "Joey" von 1985 musste er das lesen, was auch in der Wikipedia steht und ebenfalls vorgestern zitiert wurde

Emmerich konzentriert sich auf das, was er am besten kann: Die visuelle Überwältigung und Täuschung des Zuschauers.
Dazu hastige Dialoge ohne tieferen Sinn. Ein frei erfundenes Katz- und Maus-Spiel, dessen Wirkung eher die eines Kindergartens hatte, in dem ständig herumgelärmt wurde und irgendetwas Aufregendes passierte. Phantasien, die schließlich nervten.

Hier wird die Methodik der "Aktion Roland" beschrieben:

http://de.wikipedia.org/wiki/Joey_(Film)
Zitat:
"Als Joey eine Bauchrednerpuppe  in einem verlassenen Haus findet, stellt sich heraus, dass die Puppe von einer bösen Macht beherrscht wird. ...

Dazu die Filmkritik:
„Was bei Regisseur Spielberg, trotz aller Tendenz zum Spektakel, stets mit Verzauberung zu tun hat,

ist bei Emmerich zu einem seelenlosen Nachäffen von bombastisch aufgeblähten Erfolgsmustern geworden...

Diese Tricks kopiert der 'Zauberlehrling' Emmerich im Stil einer ununterbrochenen Geisterbahnfahrt,
ohne Maß, Rhythmus und Gespür für die menschlichen Dimensionen zu besitzen.

Die Handlung ist dabei nebensächlich, grob gestrickt und psychologisch völlig unstimmig“.

„Joey zeigt viel und erklärt wenig.
Das ist für einen Effektfilm nicht schlecht. Doch wenn er erklärt, erklärt er alles völlig falsch.
Das ist tödlich.“

Emmerich ist ein erfahrener  Techniker für Grusel-Effekte, aber er verwendet banale Drehbücher und nichtssagende Dialoge.
Ein großer Denker ist er nicht, aber ein Techniker und perfekter Realitätsveränderer, der mit optischen Täuschungen in seinem eigenen Kindergarten die Leute erschreckt.
Er bewirkt also nichts Gutes.

Die von mir in der bekannten Alpha-Serie beschriebenen Einschüchterungs-Aktionen seit Ende November 2011, die in verschlüsselter Form tatsächlich geschehene Ereignisse im Detail schildern,
erinnern auch an einen  schlechten Kinofilm.

Emmerichs früher Film "Joey" von 1985 - vor 28 Jahren - ist ein eigenständiges Kunstwerk, das vielleicht auch noch andere Bewunderer hat. Es ähnelt den inszenierten Belästigungen seit Ende November, auch hier im Haus.

Es gibt viele Gruselfilme, die einfach nur erschrecken wollen, und ein derartiger Terror hat eine große Fan-Gemeinde.

Was das für Leute sind, muss man gar nicht näher wissen. Die meisten sind harmlos, andere sind Sadisten, und eine dritte Gruppe landet als Gewalttäter in den Schlagzeilen.
Was sie auf der Kinoleinwand sehen, wollen sie in der Realität verwirklichen, aber dank moderner Informationstechnik landen sie immer schneller im Gefängnis.

Die Regensburger Domspatzen singen "Adeste Fidelis" und "Herbei o ihr Gläubigen"

http://www.youtube.com/watch?v=UaLdiWwIN0A


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