Das weite Land - Im Schatten der spiegelnden Seen

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Das weite Land

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Das weite Land


27.1.2013. "Das weite Land" ist ein Stichwort,das zu vielen Western-Filmen passt, die von der Besiedlung der Vereinigten Staaten handeln und die Konflikte mit den indianischen Ureinwohnern, aber auch mit Gesetzesbrechern aller Art thematisieren.
In Deutschland versuchte man ab 1962 auf dieser Erfolgswelle mitzureiten, und das Publikum war begeistert.
Wegen des zunächst begrenzten Budgets sparte man sich die teure Reise an die Originalschauplätze und fand im damals zum Ostblock gehörenden Jugoslawien ein Land, das wertvolle westliche Devisen gut gebrauchen konnte und weite Landschaften zu bieten hatte, die sich eigentlich nur für den Kenner von den amerikanischen Prärien unterschieden, zum Beispiel bei der Pflanzenwelt.

Auf der großen Kinoleinwand und im Breitwandformat war die Illusion perfekt. Schaut man jedoch in die damaligen Filme heute hinein, langweilen die oberflächlichen Dialoge, die nur am Rande mit Karl Mays phantasievoller Sprache zu tun haben, die ständig wiederholten Ballereien und eine Handlung, die den anderen Filmen glich und im Lauf der Zeit immer weniger Neues zu bieten hatte.
Außerdem bemerkte man durch die langsam wachsende Erfahrung mit Kinotricks die angeklebten falschen Bärte und Kostüme, die mit den überlieferten historischen Fotos der damaligen Zeit nur in einigen Details zu tun hatten.

"Das weite Land" ist auch der Titel eines bekannten Theaterstücks von Arthur Schnitzler (1862 bis 1931). Schnitzlers Themen sorgten im konservativen Wien der ausklingenden Kaiserzeit immer wieder für Skandale. Bekanntlich wird dort jeder Gast in einem Kaffeehaus mit "Herr Professor" angeredet, wenn er dem Kellner ein gutes Trinkgeld gibt.
Auch viele andere Titel wie der "Herr Hofrat" waren außerordentlich begehrt, weil sie auf Einfluss und Beziehungen zum kaiserlichen Hof hindeuteten. Die "Hofbäckerei Demel" wurde deshalb bekannt, weil sie ihre Kuchen und Backwaren direkt in die nahegelegene Hofburg liefern durfte. Eine kostenlose, unbezahlbare Reklame, die noch heute im Fremdenverkehr eine Rolle spielt.

Schnitzler jedoch interessierte sich für Glanz und Glitzer nicht, sondern schaute hinter die Fassade.
"Das weite Land" ist nur eine Utopie, eine Hoffnung.
Die Wirklichkeit in diesem Stück besteht aus Intrigen in gehobenen Kreisen der Gesellschaft, um eheliche Untreue, Lügen und endet mit einem der vielen tödlichen Duelle aus verletzter Ehre, die später gesetzlich verboten wurden, weil sie nicht über Recht und Unrecht entschieden, sondern nur vom Zufall, von einer Laune des Schicksals beeinflusst wurden.

Auch in diesem Theaterstück geht es um Kontraste, um das Dualsystem. Schein und Sein. Materielle und geistige Kraft. Prunkvolle Fassaden und der wackelige Grund aus Rücksichtslosigkeit und Lügen, auf dem sie gebaut sind.
Denksysteme, die nicht für alle gelten können und nur einzelnen Gruppen nützen, richten zwangsläufig Schaden an.
Das gilt für den privaten, wirtschaftlichen und politischen Bereich. Und die Bändigung des Internets, das bereits vor einem Jahrzehnt zu einem Massenphänomen wurde, ist immer noch nicht gelungen. Auch hier gibt es ein "weites Land", dessen Mechanismen in wichtigen Teilen unerforscht sind, weil zwar die Datenmengen immer größer werden, aber die Instrumente zu ihrer richtigen Handhabung immer noch in den Kinderschuhen stecken.

Zu den deutschen Karl-May-Verfilmungen komponierte Martin Böttcher eine Musik, die das Thema der weiten, offenen Landschaften in Klänge umsetzte, mit einem großen Sinfonieorchester, aber auch mit Solo-Instrumenten wie der Mundharmonika, die später nicht nur der Filmkomponist Ennio Morricone für Meisterwerke verwendete, wie "Spiel mir das Lied vom Tod" (1968).

Hier hört man Martin Böttchers

"Old Shatterhand Melodie" von 1963 und sieht die dazu die passenden Landschaften:


http://www.youtube.com/watch?v=xgSZR_92fqI

Noch stärker ist

Doktor Fausts Traum


 
 
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