Conan - Im Schatten der spiegelnden Seen

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Enigma 1 - 10 > 1. Kapitel: Planet Alpha, Teil 1 > 10. Das Mittagslicht


Conan

16.2.2013. „Conan, der Barbar“ war 1982 ein großer Kinoerfolg. Von dem Film wollte ich damals nichts wissen, weil die Szenenfotos aussahen wie die Reklame für einen Bodybuilder-Film - viel Muskeln und etwas weniger Gehirn.

Aber durch eine Empfehlung kann sich auch das ändern. Vor zwanzig Jahren lief dieser Film einmal auf einem werbefinanzierten Fernsehsender. Trotz der dröhnenden Reklame-Unterbrechungen, die sonst zum raschen Umschalten drängen, war da von der ersten Minute an eine Faszination, die bis zum heutigen Tag anhält.

Warum das so ist, war zunächst völlig unklar. Aber es war die Magie.

Der Film beginnt mit ein paar kurzen philosophischen Worten über das untergegangene Sagenreich Atlantis. Und dann ist eine Viertelstunde lang nur noch große, eindringliche Musik ohne Kommentare zu hören.
Unter der Leitung des Komponisten Basil Poledouris spielen neunzig Mitglieder von zwei römischen Sinfonieorchestern, und es singt der 24köpfige Chor der Kirche von Santa Cecilia, einer Heiligen und Märtyrerin, die für die Kirchenmusik eine große Bedeutung hat.
Bei der Aufnahmetechnik wurde das damals neuartige „Overdubbing“ benutzt, die nachträgliche Klangmischung, die in der Klassischen Musik eher selten vorkommt, aber in der Rock- und Popmusik für die ausgefallensten Effekte sorgt.

Effekte sind bekanntlich Wirkungen ohne Ursache und verlieren bei häufiger Wiederholung ihren Reiz.
Man weiß auch nicht, ob Basil Poledouris die gewaltige Wirkung nur kühl kalkuliert hat. Auf jeden Fall hat er eine große musikalische Begabung in die Umsetzung mystischer Ideen gesteckt, die auf den ersten Blick gar nicht erkennbar sind.

Im Internet kann man eine Menge Stoff über die Kelten finden. Viel Geheimes gibt es da eigentlich gar nicht mehr.

Aber es ist die Verbindung einzelner Details zu einer größeren, übergeordneten Idee, die zu Entdeckungen führen kann.

Man sieht in diesem Film zum Beispiel immer wieder den Ouroboros, die doppelköpfige Schlange, über die man in der Wikipedia Einiges finden kann. Mit aufgerissenem Maul verschlingt sie sich selbst und bildet dabei einen geschlossenen Kreis. Das Zeichen der ewigen Wiederkehr, das schon im Alten Ägypten bekannt war. In der Alchemie ist sie das Symbol für die Verwandlung der chemischen Stoffe und für die Suche nach der Quintessenz, der Lösung aller Welträtsel oder dem Stein der Weisen.

Diesen allmächtigen Stein der Weisen gibt es nicht, aber mancher träumt davon.
In dem ersten Teil des Conan-Films wird die doppelköpfige Schlange als Zeichen eines Propheten verwendet, der seinen Anhängern Wahrheit und Frieden verspricht, aber sie in Wirklichkeit versklaven will. Die Assoziation „Doppelzüngigkeit“ ist hier genau richtig.

Conan ist ein in England und Irland weit verbreiteter Männername. Er stammt aus dem keltischen Sprachraum, der in vorchristlicher Zeit einen großen Einfluss hatte.
Eines seiner bekanntesten Zeichen ist das Keltenkreuz., das die christlichen Tempelritter bei ihren Kreuzzügen im Heiligen Land auf ihren Gewändern trugen.
Götter und Helden verwandelten sich in Schwäne, die auch in der Gralslegende eine große Rolle spielen. Der Meeresgott Lir gehört in diesen Zusammenhang, weil die Insel Irland (Lirland) vom Ozean umgeben ist, in dem das erste Leben auf dem Planeten Erde entstand.

Der Film „Conan“ ist voll von diesen Zeichen, und sie werden immer in einen Zusammenhang gestellt, der ihre archaische Wirkung noch mehr verstärkt. Dazu die überwältigende Musik, die eine eigene Tiefenwirkung entfaltet.

Auf einer Weinflasche sah ich kürzlich eine Zeichnung, auf der zwei mit Schwertern bewaffnete Löwen eine große Blätterknospe bewachen.
Die Blütenkapsel ist ebenfalls ein keltisches Symbol, das im europäischen Mittelalter als Zeichen für den Destillierkolben verwendet wurde, mit dem die Alchimisten ihre Zaubertränke mischten.
Die Alchemie ist nicht nur der Vorläufer der heutigen Chemie, sondern auch ein Sinnbild für die Verwandlungen des Geistes durch Erfahrungen und Erkenntnisse.

Auf einem böhmischen Weinglas, das ich schon vor Jahren geschenkt bekam und nie besonders beachtet habe, entdeckte ich kürzlich in der Mitte den Ouroboros, die doppelkköpfige Schlange und auf dem oberen Rand die gleichmäßigen Ecken eines Oktogramms, des Achtecks, dessen Ziffer in liegender Form die Unendlichkeit anzeigt.
Weiter unten waren vier Kreise in Form von Kampfschildern mit Spornen, die eine gewaltige Kraft symbolisierten. Welche das ist, kann man leicht im Internet finden: Es ist das Tetragramm, das Viereck.

Was das bedeutet, kann jeder selbst nachlesen. Es ist ein sehr altes Zeichen, das in unterschiedlicher Form gedeutet werden kann.

Da der erste Teil des „Conan“-Films von derartigen Zeichen förmlich überflutet wird, kann man sich vorstellen, welche Wirkung er auf Zuschauer hat, die sich ein wenig mit der Materie beschäftigt haben.
Der zweite Teil dagegen war nur noch ein matter Versuch, den Kassenerfolg zu wiederholen, langweilig und gar nicht ernst zu nehmen.

Die keltische Mythologie ist ein Zeichen des Nordens, aus dem auch Germanen und Wikinger kamen, die ihre Nachbarländer eroberten.
Der Nachklang dieser Epoche war so stark, dass die Symbole der Kelten sich überall verbreiteten. Das Keltenkreuz war zum Beispiel das Markenzeichen der Kreuzritter, die in das Heilige Land aufbrachen, um Jerusalem für die Christenheit zurückzuerobern.
Sie waren auch das Vorbild für die Tempelritter in der mittelalterlichen Gralslegende, deren Kelch das Zeichen der höchsten Erkenntnis ist, der Erleuchtung, der mystischen Vereinigung mit dem Numinosen. Das sind die Zeichen des unsichtbaren Gottes, die für den Menschen erkennbar sind.
Eine Schale trägt auch die fernöstliche Buddhafigur in der linken Hand. Sie bedeutet das gleiche.

Wer sich auf die Spuren der Kelten begibt, findet sie an vielen Orten. Eine sehr starke Kraft aus dem Norden, die auch in den anderen Himmelsrichtungen zu finden ist und deren Rätsel den meisten unbekannt sind, genauso wie auch deren Deutung.

Hier sieht man den Beginn des Films:

http://www.youtube.com/watch?v=-_OkMan3kkM


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"Deukalion"

 
 
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